#1 Kopf oder Zahl

2017 durfte ich meinen Mann Cyril heiraten und wir feierten ein wunderbares Fest mit unseren Familien und Freunden. Bevor wir aber den Weg zum Altar beschreiten konnten, gab es natürlich auch Unromantisches zu klären, wie z.B. den künftigen Familiennamen. Mein Mann hatte viele Gründe für "Gehrer", ich ebenso viele für "Scherzinger". Wir waren uns einzig darüber einig, dass wir den gleichen Namen tragen wollten. Schliesslich entschieden das Schicksal und ein Fünfliber, den unser Pfarrer in die Luft warf. Dass die Münze Kopf zeigte, also "Scherzinger", konnte mein Mann nur noch mit einem leeren Schlucken quittieren.  Er war felsenfest davon überzeugt, dass er nur gewinnen konnte. Aber die Wahrscheinlichkeit eines Münzwurfs liegt halt doch bei 50:50.

#2 Eule und Habicht

Wenn Sie meinen Mann fragen, mit welchem Tier er mich assozieren würde, dann bekommen Sie zur Antwort: Eule und Habicht.
Mein Mann ist eine Lerche. Ein extremer Frühaufsteher und morgens topfit. Ich bin das Gegenteil, die totale Nachteule. Eine morgendliche Snooze-Königin, die abends noch Bäume ausreissen kann. 
Und der Habicht? Dieses Prädikat habe ich mir als Teil von diversen Organisationskomitees "verdient". Denn am Tag X der Veranstaltung werde ich zum Habicht. Ich habe meine Augen überall, versuche zu antizipieren, was als nächstes passiert und wo Probleme auftauchen könnten, um diese sogleich aus dem Weg zu schaffen. Und wenn dann alles glatt gelaufen ist, dann kann ich endlich entspannen und geniesse ein Glas Wein oder ein frisch gezapftes Bier und lass noch ein bisschen die Eule raus...

 


#3 Eule hoch zwei

2016 sind meine Schwester und ich in das elterliche Detailhandelsgeschäft eingestiegen und führen seither gemeinsam das Scherzinger BabyCenter & SchlafCenter.

Wenn ich von meinem Berufsalltag erzähle, höre ich oft: "Geht das denn gut zusammen mit deiner Schwester? Ich könnte nie mit meinen Geschwistern zusammenarbeiten!"

Ja, es geht super! Wir sind uns sehr ähnlich und doch verschieden genug, um uns zu ergänzen. Wären wir nicht Schwestern, hätten sich unsere Lebenswege bestimmt früher oder später gekreuzt.

Gemeinsam verantworten wir das Tagesgeschäft, definieren unser Produktesortiment und hecken neue Projekte und Strategien aus. Und weil wir beide Nachteulen sind, brennt am "Scherzinger-Kreisel" in Gossau oft noch spät das Licht. 

 

#4 Zuckerbäckerin

Jedes Jahr im November fragt mein Mann, ob wir denn schon ein Datum zum Guetzli backen bestimmt hätten. In das "wir" schliesst er sich dabei nicht ein. Sein Beitrag ist es, meiner Schwester und mir ein Wochenende die Küche zu überlassen, damit wir in Ruhe unsere 20 Sorten Weihnachtsguetzli backen können. Cyril ist für die Qualitätskontrolle zuständig und erfüllt diese Aufgabe mit grösster Hingabe.  

Erst wenn alle Sorten eingehend und mehrfach geprüft wurden, dürfen die Guetzli auch im Familienkreise verteilt werden. Und da gibt es noch ein paar andere, die den Beginn der Adventszeit (fast nur) wegen der Guetzli aus dem Hause Scherzinger kaum erwarten können.

Liebe geht halt doch durch den Magen.